Und da ich saß (Georg Forster)

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  • CPDL #05463:      (Finale 2000)
Editor: Sabine Cassola (submitted 2003-08-15).   Score information: A4, 2 pages, 112 kB   Copyright: Personal
Edition notes:

General Information

Title: Und da ich saß
Composer: Georg Forster

Number of voices: 4vv   Voicing: ATTB
Genre: SecularMadrigal

Language: German
Instruments: A cappella

First

Description:

External websites:

Original text and translations

German.png German text

1. Und da ich saß in meiner Zell und schrieb,
da kamen drei Beginen und andre heilig W[e]ib.
Sie lasen mir vor den schnellen grimmen Tod.
Ich bin ein armer Bruder
und leid es all's durch Gott,
so gebt mir armen Bruder
in meinen Sack ein Brot.

2. Die Erste spann, den Faden dreht die Zweyt,
die Dritte hielt die Schere zum Schneiden schon bereit.
Sie lasen mir vor den schnellen grimmen Tod.
Bereit dich, armer Schneider,
das Sterben thut dir noth,
dieweil du armer Schneider
in deinem Sack kein Brod.

3. Und als ich hungrig saß in meiner Zell und schreib,
da stiegen durch die Decke drey junge schöne Weib.
Sie sangen mir vor wohl von der Ewigkeit;
da hätt ich armer Schneider
noch lange, lange Zeit.
Gebt Brod mir armen Schneider,
mein Weg ist noch gar weit.

4. Die Erste trug ein Speer, ein Saitenspiel die Zweyt,
Die Dritt ein Lorbergzweig, das war die Ewigkeit.
Die erste sang mir vor:der Speer in gutem Streit,
Der trägt das Lorbeerzweiglein,
der trägt die Ewigkeit!
O hätt ich armer Schneider
ein Stärkung in dem Streit.

5. Des zürnt die alte Katz und knappet mit der Scheer,
Da steckt ich sie zum Fenster naus auf meinen guten Speer.
Da las ich ihr vor: Dein schneller grimmer Tod
trifft nicht mich tapfern Schneider,
Ich fechte wohl um Gott.
Wer giebt mir müden Schneider
zur Stärkung nun ein Brod.

6. Da reichte mir die Dritt das Lorbeerzweigelein,
mein Haupt das war zu dicke, der Lorbeer war zu klein.
Die Zweyte sang mir vor: Hättst du die Harfe mein,
Es müst der Kranz sich weiten,
Schlüg Gottes Finger drein!
Ach hätt ich armer Schneider
ein Trünklein rheinschen Wein.

7. Da trat in meine Zell ein schönes Jungfräulein.
Was trug sie auf den Händen? Ein Becher Gotteswein.
Der sang ich wohl vor, mein Harfe klang auch rein.
Der Lorbeer thät sich breiten,
schloff uns in Schatten ein.
Sie warf mir armen Schneider
Ins Glas ihr Fingerlein.

8. Nun sitze ich in meiner Zell und sing
und leere meinen Becher, da klingt der Buhlen Ring.
Den Alten sing ich vor, sie schlafen nickend ein,
Mein Lieb nimmt ihren Faden,
Spinnt alte Zeit hinein,
Und spinnt mir armen Schneider
Ein Brauthemd obendrein.

9. Die Alte, die zum Fenster naus nun knappet mit der Scheer,
Die ist der Werkstatt Zeichen, lockt gut Gesellen her.
Ich singe ihnen vor, wie doch der grimme Tod
Nur sey ein Bärenhäuter,
Vor Sang und Streit, und Gott.
Das bracht mich frommen Schneider
Wohl wieder an das Brod.