Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott, SWV 118 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2019-04-12)   CPDL #53946: 
1628 Version:        
1661 Version:        
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-04-12).   Score information: A4, 2 pages, 59 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized, complete set of verses in original wording and spelling. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-08-21)   CPDL #46008:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-08-21).   Score information: A4, 1 page, 33 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott, SWV 118
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 22
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 22a
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 22
Description: Psalm 22, pt 1 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 22.

German.png German text

Modernized spelling
1  Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott,
warum hast mich in meiner Not
so ganz und gar verlassen?
Ich heul vor Leid, da ist kein Gnad,
mein Schmerz ist üb'r die Maßen.

2  Mein Gott, des Tags ruf ich zu dir,
Gehör willt du nicht geben mir,
des Nachts kann ich nicht schweigen,
wenn du uns hilfst, du frommer Gott,
wird's zu dein'm Lob gereichen.

3  Auf dich der Väter Hoffnung stund,
sie trauten dir von Herzensgrund,
da war dein Hülf vorhanden,
als sie riefen, war Rettung da,
sie wurden nicht zu Schanden.

4  Ich aber bin kein Mensch geacht
zum Fluch und Wurm bin ich gemacht,
all Welt Welt tritt mich mit Füßen.
Ein Spott der Leute muss ich sein,
ihr Lust an mir zu büßen.

5  All die mich sehen spotten mein,
das Maul auffsperren groß und klein,
schütteln die Köpf und sagen:
Seht da, hat er nicht Gott vertraut,
mag er's ihm denn nicht klagen?

6  Sollt Gott an ihm Gefallen han,
warum nimmt er sich sein nicht an,
ihn aus der Schand zu retten?
Ach Gott, du siehst den Jammer mein,
wirst von mir nicht abtreten.

7  Du warst ja Herr mein Zuversicht,
als du mich brachtst ans Tageslicht
aus Muterleib gezogen.
Da ich noch als ein kleines Kind
der Mutter Brüst gesogen.

8  Ich bin geworfen auf dich Herr
aus Mutterleib, drum sei nicht ferr,
mein Gott,denn Angst ist nahe.
Ich weiß sonst keinen Helfer mehr
von dem ich Trost empfahe.




9  Groß Farren mich umbringet han,
die Ochsen fett mir widerstahn
und sperren auf den Rachen.
Wie brüllend Löwen zorniglich
an meine Seel sich machen.

10  Ich bin wie Wasser ausgeschütt'
all mein Gebeine sind zerrütt'
als wollten sie sich trennen.
Das Herz mir wie zerschmoltzen Wachs
im Leibe tut zerrinnen.

11  Mein Kräfte ausgetrocknet sind
wie ein dürr Scherb' und birkne Rind,
mein Zung am Gaumen klebet.
Du legst mich in des Todes Staub
daß mein Geist nicht mehr lebet.

12  Von Hunden ich umbgeben bin,
der bösen Rotte um und um
hat sich an mich geleget.
Durchgraben sind mir Händ' und Füß',
das sich der keines reget.

13  Man möcht zählen all mein Gebein,
so viel der in meim Leben sein,
ihr Mut an mir sie kühlen.
Mein Kleidr sie teilen unter sich,
um mein Gewand sie spielen.

14  In solcher Not ruf ich zu dir:
ach Herr, sei du nicht fern von mir,
eil bald mich zu erretten,
damit ja nicht ihr mördrisch Schwert
mein arme Seel mög töten.

15  Mein Leben durch dein Hülf erlös,
errett mich von den Hunden bös
aus dem Rachen der Löwen.
Von Einhörnern, die grimmiglich
mir stehn nach meinem Leben.

German.png German text

Original spelling:
1  Mein Gott, mein Gott, ach Herr, mein Gott,
warumb hast mich in meiner Noth
so gantz und gar verlassen?
Ich heul für Leid, da ist kein Gnad,
mein Schmertz ist übermassen.

2  Mein Gott, des Tags ruff ich zu dir/
Gehör wiltu nicht geben mir/
des Nachts kan ich nicht schweigen/
Wann du uns hilffst, du frommer Gott/
wirds zu deim Lob gereichen.

3  Auff dich der Väter Hoffnung stund/
sie trawten dir von Herzen Grund/
da war dein Hülff vorhanden/
Als sie rieffen/ war Rettung da/
sie wurden nicht zu Schanden.

4  Ich aber bin kein Mensch geacht/
zum Fluch und Wurm bin ich gemacht/
all Welt Welt tritt mich mit Füssen.
Ein Spott der Leute mus ich seyn/
ihr Lust an mir zu büssen.

5  All die mich sehen/ spotten mein/
das Maul auffsperren groß und klein/
schütteln die Köpff/ und sagen:
Seht da/ hat er nicht Gott vertrawt/
mag ers ihm denn nicht klagen?

6  Solt Gott an ihm Gefallen han/
warumb nimpt er sich sein nicht an
ihn aus der Schand zu retten?
Ach Gott/ du sihst den Jammer mein/
wirst von mir nicht abtreten.

7  Du warst ja HERR mein Zuversicht/
als du mich brachtst ans Tagesliecht
aus Muterleib gezogen/
Da ich noch als ein kleines Kind
der Mutter Brüst gesogen/

8  Ich bin geworffen auff dich HERR
aus Mutterleib/ drumb sey nicht ferr/
Mein Gott/denn Angst ist nahe/
Ich weis sonst keinen Helffer mehr/
von dem ich Trost empfahe.




9  Groß Farren mich umbringet han/
die Ochsen fett mir widerstahn/
und sperren auff den Rachen/
Wie brüllend Löwen zorniglich/
an meine Seel sich machen.

10  Ich bin wie Wasser ausgeschüt/
all mein Gebeine sind zerrüt/
als wolten sie sich trennen/
Das Hertz mir wie zerschmoltzen Wachs
im Leibe thut zerrinnen.

11  Mein Kräffte ausgetrucknet sind
wie ein dürr Scherb und birkne Rind
mein Zung am Gaumen klebet/
Du legst mich in des Todes Staub
daß mein Geist nicht mehr lebet.

12  Von Hunden ich umbgeben bin/
der bösen Rotte umb und umb
hat sich an mich geleget/
Durchgraben sind mir Händ und Füß/
das sich der keines reget.

13  Man möcht zehlen all mein Gebein/
so viel der in meim Leben seyn/
ihr Muth an mir sie kühlen.
Mein Kleidr sie theilen unter sich/
umb mein Gewand sie spielen.

14  In solcher Noth ruff ich zu dir/
ach HErr/ sey du nicht fern von mir/
eyl bald mich zu erretten/
damit ja nicht ihr mördrisch Schwerd
mein arme Seel mög tödten.

15  Mein Leben durch dein Hülff erlöß/
errett mich von den Hunden böß
aus dem Rachen der Löwen/
Von Einhörnern/ die grimmiglich
mir stehn nach meinem Leben.

German.png German text


1628 edition:
1  Mein Gott mein Gott ach Herr, mein Gott,
warumb hast mich in meiner Noth
so gantz und gar verlassen?
Ich heul für Leid, da ist kein Hülff,
mein Schmerz ist übermassen.

German.png German text

Wording of the Blankenburg edition:
14  In schwerer Not ruf ich zu dir,
ach Herr, sei du nicht fern von mir,
eil, bald mich zu erretten,
damit ja nicht ihr mörd'risch Schwert
mein arme Seel mög töten.