Der Mensch vor Gott wohl selig ist, SWV 129 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2019-04-20)   CPDL #54009: 
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 1 page, 57 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 1 page, 62 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-04-20).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-08-23)   CPDL #46048:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-08-23).   Score information: A4, 1 page, 33 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Der Mensch vor Gott wohl selig ist, SWV 129
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 32
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 32
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 33
Description: Psalm 32 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

German.png German text

Modernized spelling:
1  Der Mensch für Gott wohl selig ist,
dem die Sünd ist vergeben
aus lauter Gnad durch Jesum Christ,
der uns erwarb das Leben,
deckt zu all unser Missetat,
zahlt, was er nicht verschuldet hat,
durch sein Blut, Tod und Wunden.

2  Wer auf ihn setzt sein Zuversicht,
der steht in Gottes Hulde,
er kommt nicht in das streng Gericht,
durchstrichen ist sein Schulde,
doch muss solch Herz in wahrer Reu
sein Sünd bekennen ohne Scheu
und Zuflucht han zur Gnade.

3  Da ich mein Sünd verschweigen wollt,
bracht mirs unsäglich Schmerzen,
ich wüsst nicht, wo ich bleiben sollt,
so sehr drückt michs am Herzen,
Das Mark verschwand mir im Gebein
für großer Angst der Seelen mein.
der Herzwurm mich stets naget.

4  Schwer deine Hand war über mir,
drückt mich ohn alle Maße,
Tag und Nacht ich nicht ruht dafür,
wollt'st nur kein Frieden lassen.
Davon verging mein's Lebenskraft,
wie Laub und Gras, wenn's ohne Saft
von steter Hitz verdorret.

5  Drum mein Herz endlich brach herfür,
konnt's nicht länger verhelen.
Ich sprach: Ich will Herr Gott für dir
rein beichten was mich quälet.
Sobald ich nur um Gnade bat,
vergabst du mir die Missetat,
damit ich dich erzürnet.




6  Dafür all Heilign in gemein
zu rechter Zeit dich bitten.
Du wolltest ihn'n genädig sein,
ob sie wär'n aus geschritten.
Du nimmst dich ihr in Gnaden an.
Wenn dein Fluten gehn heran,
werden sie nicht verderbet.

7  Du bist mein Schirm, wirst durch dein Gnad
für Angst mich wohl behüten,
dass ich errettet, frühe und spat
fröhlich rühm deine Güte.
Du zeigest uns den rechten Weg
zu gehen auf des Lebens Steg
durch dein Antltz geleitet..

8  Seid doch nicht wie das dumme Vieh,
das nichts weiß noch verstehet.
Mit Zaum und G'biss hat man viel Müh,
ehe es zur Hand recht gehet.
Bedenkt doch, dass ihr Menschen seid,
die willig sollten allezeit
Gott ihrem Schöpfer folgen.

9  Der gottlos Hauf findet viel Plag,
sein Lohn wird er empfangen.
wer hofft in Gott und folgt ihm nach,
den wird die Güt umfangen.
Seid fröhlich, lieben Christenleut,
des Herren Gnad bringt euch zur Freud,
ewig sollt ihr Gott preisen.

German.png German text

Original spelling:
1  Der Mensch für Gott wol seelig ist,
dem die Sünd ist vergeben
aus lauter Gnad durch Jesum Christ,
der uns erwarb das Leben,
deckt zu all unser Missethat,
zahlt, was er nicht verschuldet hat,
durch sein Blut, Todt und Wunden.

2  Wer auff ihn setzt sein Zuversicht/
der steht in Gottes Hulde/
er kömpt nicht in das streng Gericht/
durchstrichen ist sein Schulde.
Doch muß solch Hertz in wahrer Rew
sein Sünd bekennen ohne Schew
und Zuflucht han zur Gnade.

3  Da ich mein Sünd verschweigen wolt,
bracht mirs unsäglich Schmertzen/
ich wust nicht/ wo ich bleiben solt/
so sehr druckt michs am Hertzen/
Das Marck verschwand mir im Gebein/
für grosser Angst der Seelen mein/
der Hertzwurm mich stets naget.

4  Schwer deine Hand war über mir/
druckt mich ohn alle Masse/
Tag und Nacht ich nicht ruht dafür/
woltst nur kein Frieden lassen/
Darvon vergieng meins Lebenskrafft/
wie Laub und Gras/ wenns ohne Safft/
von steter Hitz verdorret.

5  Drumb mein Hertz endlich brach herfür,
kunds nicht länger verhelen/
Ich sprach: Ich will HErr GOtt für dir
rein beichten was mich quelet/
So bald ich nur umb Gnade bat/
vergabstu mir die Missethat/
damit ich dich erzürnet.




6  Dafür all Heilgn in gemein
zu rechter Zeit dich bitten/
Du woltest ihnn genedig seyn/
ob sie wern aus geschritten/
Du nimst dich ihr in Gnaden an/
Wenn dein Fluten gehn heran/
werden sie nicht verderbet.

7  Du bist mein Schirm/ wirst durch dein Gnad/
für Angst mich wohl behüten/
daß ich errettet/ frühe und spat
fröhlich rühm deine Güte.
Du zeigest uns den rechten Weg/
zu gehen auff des Lebens Steg/
durch dein Antltz geleitet..

8  Seyd doch nicht wie das tumme Vieh/
das nichts weiß noch verstehet/
Mit Zaum und Gbiß hat man viel Müh/
ehe es zur Hand recht gehet/
Bedenckt doch daß ihr Menschen seyd/
die willig solten allezeit/
Gott ihrem Schöpffer folgen.

9  Der gottloß Hauff findet viel Plag/
seinn Lohn wird er empfahen.
Wer hofft in Gott/ und folgt ihm nach/
dem wird die Güt umbfahen/
Seyd fröhlich lieben Christenleut/
des HErren Gnad bringt euch zur Frewd/
ewig solt ihr Gott preisen.

German.png German text

Verses provided by the Blankenburg edition with sometimes altered wording and pre-1996 spelling:
1  Der Mensch vor Gott wohl selig ist,
dem die Sünd ist vergeben
aus lauter Gnad durch Jesum Christ,
der uns erwarb das Leben,
deckt zu all unser Missetat,
zahlt, was er nicht verschuldet hat,
durch sein Blut, Tod und Wunden.

2  Wer auf ihn setzt sein Zuversicht,
der steht in Gottes Hulde,
er kommt nicht in das streng Gericht,
durchstrichen ist sein Schulde,
doch muß solch Herz in wahrer Reu
sein Sünd bekennen ohne Scheu
und Zuflucht han zur Gnade.





3  Da ich mein Sünd verschweigen wollt,
bracht mirs unsäglich Schmerzen,
ich wüßt nicht, wo ich bleiben sollt,
so sehr drückt michs am Herzen,
sobald ich nur um Gnade bat,
vergabst du mir die Missetat,
damit ich dich erzürnet.

9  Der gottlos Hauf findet viel Plag
sein Lohn wird er empfangen,
wer hofft auf Gott und folgt ihm nach,
den wird die Güt umfangen.
Seid fröhlich, lieben Christenleut,
des Herren Gnad bringt euch zur Freud,
ewig sollt ihr Gott preisen.