Danket dem Herren, lobt ihn frei, SWV 203 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2020-06-28)  CPDL #59395: 
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 58 kB   
1661 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 69 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2020-06-28).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling.
  • (Posted 2017-09-20)  CPDL #46408:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-09-20).   Score information: A4, 1 page, 33 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP.

General Information

Title: Danket dem Herren, lobt ihn frei, SWV 203
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 105
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 105
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 105
Description: Psalm 105 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 105.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Danket dem Herren, lobt ihn frei
Und predigt seinen Namen,
Verkündigt sein Tun ohne Scheu
Den Völkern allzusammen,
Macht von dem Herren Lieder gut,
Und lobet ihn mit fröhlichm Mut,
Und sagt von seinen Wundern.

2. Rühmet den heilig'n Namen sein,
Lasst euer Herz sich freuen,
Die ihr in Furcht des Glaubens rein
Ihn suchet ohne Scheuen,
Fragt nach dem Herrn und seiner Macht,
Und nehmt allweg in gute Acht,
Dass ihr sein Antlitz suchet.

3. Abrahams Sam vernehm es recht,
Ihr Kinder Jakobs merket,
Ihr seid das auserwählt Geschlecht,
Gedenkt des Herren Werke,
Groß Wunderwerk hat Gott getan,
Drum nehmt euch seines Wortes an,
Dass ihr's nimmer vergesset.

4. Er ist ja unser Gott und Herr,
Der alle Welt recht richtet,
Des Bunds vergisst er nimmermehr,
Den er durchs Wort gestiftet,
Was er verheißen mit eim Schwur,
Auf so viel tausend für und für,
Das wird er gwisslich halten.

5. Ein Bund macht er mit Abraham,
Schwur Isaak mit eim Eide.
Er stellt das Recht auf Jakobs Sam
Kräftig zu ewgen Zeiten,
Er macht mit ihnen den Verstand,
Er soll der Kananiter Land
Das Los ihrs Erbes bleiben.

6. Anfangs sie waren sehr gering
Und wenig an der Zahle,
Wohnten im Land als Fremdeling,
Ausländer allzumale,
Von Volk zu Volk sie zogen gleich,
Durchwanderten manch Königreich,
Bis sie das Land einnahmen.

7. Gott leitet sie in seinem Schutz,
Niemand durft sie betrüben,
Es wagten's König mit eim Trutz,
Die all aufm Platze blieben,
Mein Gsalbten tastet mir nicht an,
Meine Propheten lasst mir gahn,
Dass ihn'n kein Leid begegne.

8. Teurung Gott kommen ließ ins Land,
Des Brots Vorrat entginge,
Ein Mann vor ihnen hin er sandt,
Joseph, dem sollt gelingen,
Er ward verkauft in Dienstbarkeit,
In Band und Eisen lag sein Leib,
Sein Füß in Stock gezwungen.

9. Dies währt so lang, bis Gott der Herr
Sein Wort an ihm erfüllet
Und ihn, durchs Kreuz gar wohl bewährt,
Erhöht nach seinem Willen,
Der König in Ägyptenland,
Ein großer Herr, sein Boten sandt,
Hieß ihn wieder los geben.

10. Er setzte ihn zum Herren ein
Über sein Haus und Güter,
Er sollt des Landes Vater sein,
Allen Unrat verhüten,
Durch ihn ward Gottes Recht bekannt,
Fürsten und Ältesten im Land
Joseph sie Weisheit lehrte.

11. Israel in Ägypten kam,
Dahin der Herr sie führte,
Ein gute Zeit im Lande Ham
Jakob ein Fremdling wurde,
Da ließ Gott sein Volk wachsen sehr,
Dass sie wurden viel mächtiger,
Als ihre Feinde waren.

12. Das brachte den Ägyptern Schmerz
Im Land an allen Orten,
Darob sich gar verkehrt ihr Herz,
Dem Volke sie gram worden,
Mit List sie waren drauf bedacht
Und wandten dran all ihre Macht,
Des Herren Volk zu dämpfen..


 

13. Gott sandt Mosen, sein'n treuen Knecht,
Den er ihm hat erwählet,
Und Aaron zum Priesterrecht,
Hernach von ihm bestellet,
Die beide täten Zeichen groß
Und Wunder über alle Maß
In der Ägypter Lande.

14. Im Dienst des Herren auf sein Wort
Für Pharao sie stunden,
Es war finster an allem Ort,
Kein Stich man sehen kunnte,
Das Wasser ward in Blut verwandt,
In allen Strömen durch das Land
Die Fisch getötet wurden.

15. Die Kröten wimmelten herfür
Und krochen aus der Erden
In Königs Lagr (da half kein Tür),
Man kunnt ihr nicht los werden,
Gott sprach, da kam Unziefer dar,
Menschen und Vieh voll Läuse warn
In allen ihren Grenzen.

16. Den Hagel er zum Regen gab
Mit grausam'n Donnerschlägen,
Die Feuerflammen fuhrn herab,
Da kunnt man nichts erhegen,
Die Weinstöck und die Feigenbäum
Durchs Land Ägypten ingemein
Allsamt zerschlagen wurden.

17. Auf Gottes Wort sich stellten ein
Die Käfer und Heuschrecken,
Der musst ein solche Anzahl sein,
Dass sie das Land bedeckten,
Die Frücht und alles Laub und Gras
Das Ungeziefer rein weg fraß,
Da bleibt nichts stehn im Felde.

18. Endlich ward alle Erstgeburt
In einer Nacht erschlagen,
Kein Mensch sein Tag hat nie gehört
So großen Jammer klagen,
Es war kein Haus im ganzen Land,
Da man nicht einen Toten fand,
Es kost den ersten Erben.

19. Gott führet aus sein Volk zur Stund,
Mit großem Gut beladen,
Sie zogen aus frisch und gesund
Ohn all Bresten und Schaden,
Ägypten kam in Schrecken groß,
Drum da sie dies Volks waren los,
Ihr Herz erleichtert wurde.

20. Des Herren Macht und Herrlichkeit
Gezeiget ward seim Volke,
Denn über sie war ausgebreit
Zur Deck ein lichte Wolke,
Die Feuersäul des Nachts erschein,
Dass sie gehn kunnten aus und ein
Ohn Furcht an wüsten Orten.

21. Da sie riefen zu ihrem Gott,
Da ließ er Wachteln kommen
Und sättigt sie mit Himmelbrot
Zu ihrem Nutz und Frommen,
Der Herr öffnet den Felsen hart,
Draus Wasser, wider seine Art,
An dürrem Ort musst fließen.

22. Was Gott zusagt durchs heilig Wort
Abraham seinem Knechte,
Das hat er nu geleistet fort
Gar treulich seim Geschlechte,
Er hat sein Volk zu rechter Zeit
Erlöst und ausgeführt mit Freud
Sein liebe Auserwählten.

23. Der Heiden Land sie nahmen ein,
Das der Herr ihnen gabe,
Dadurch sie mächtig worden sein,
Der Feinde Gut und Habe,
Das tat der Herr Jakobs Geschlecht,
Auf dass sie hielten seine Recht
Und sein Gesetz bewahrten.

German.png German text

Original spelling:
1. Danket dem Herren/ lobt ihn frei
Und predigt ſeinen Namen/
Verkündigt ſein Tun ohne Scheu
Den Völkern alltzuſammen/
Macht von dem Herren Lieder gut/
Und lobet ihn mit fröhlichm Mut/
Und ſagt von ſeinen Wundern.

2. Rühmet den heilign Namen ſein/
Laßt ewer Hertz ſich frewen/
Die ihr in Furcht des Glaubens rein
Ihn ſuchet ohne Schewen/
Fragt nach dem HErrn und ſeiner Macht/
Und nemt allweg in gute Acht/
Daß ihr ſein Andlitz ſuchet.

3. Abrahams Sam vernem es recht/
Ihr Kinder Jacobs mercket/
Ihr ſeyd das außerwehlt Geſchlecht/
Gedenckt des HErren Wercke/
Groß Wunderwerck hat Gott gethan/
Drumb nemt euch ſeines Wortes an/
Daß ihr's nimmer vergeſſet.

4. Er iſt ja unſer Gott und Herr/
Der alle Welt recht richtet/
Des Bunds vergiſſt er nimmermehr/
Den Er durchs Wort geſtifftet/
Was er verheiſſen mit eim Schwur/
Auff ſo viel tauſend für und für/
Das wird er gwißlich halten.

5. Ein Bund macht er mit Abraham/
Schwur Iſaac mit eim Eyde.
Er ſtellt das Recht auff Jakobs Sam
Krefftig zu ewign Zeiten/
Er macht mit ihnen den Verſtand/
Er ſoll der Cananiter Land
Das Loß ihrs Erbes bleiben.

6. Anfangs ſie waren ſehr gering
Und wenig an der Zale/
Wohnten im Land als Frembdeling/
Außlender allzumale/
Von Volck zu Volck ſie zogen gleich/
Durchwanderten manch Königreich/
Biß ſie das Land einnamen.

7. Gott leitet ſie in ſeinem Schutz/
Niemand durfft ſie betrüben/
Es wagtens König mit eim Trutz/
Die all auffm Platze blieben/
Mein Gſalbten taſtet mir nicht an/
Meine Propheten laſt mir gahn/
Daß ihnn kein Leid begegne.

8. Theurung Gott kommen ließ ins Land/
Des Brods Vorrath entgienge/
Einn Mann für ihnen hin er ſand/
Joſeph/ dem ſolt gelingen/
Er ward verkaufft in Dienſtbarkeit/
In Band und Eyſen lag ſein Leib/
Sein Füß in Stock gezwungen.

9. Diß währt ſo lang/ biß GOtt der HErr
Sein Wort an ihm erfüllet
Und ihn/ durchs Creutz gar wohl bewehrt/
Erhöht nach ſeinem Willen/
Der König in Egyptenland/
Ein groſſer Herr/ ſein Boten ſand/
Hieß ihn wieder los geben.

10. Er ſatzte ihn tzum Herren ein
Uber ſein Haus und Güter/
Er ſolt des Landes Vater ſeyn/
Allen Unrath verhüten/
Durch ihn ward Gottes Recht bekant/
Fürſten und Elteſten im Land
Joſeph ſie Weißheit lehrte.

11. Iſrael in Egypten kam/
Dahin der HErr ſie führte/
Ein gute Zeit im Lande Ham
Jacob ein Frembdling wurde/
Da ließ GOtt ſein Volck wachſen ſehr/
Daß ſie wurden viel mächtiger/
Als ihre Feinde waren.

12. Das brachte den Egyptern Schmertz
Im Land an allen Orten/
Darob ſich gar verkehrt ihr Hertz/
Dem Volcke ſie gram worden/
Mit Liſt ſie waren drauff bedacht
Und wandten dran all ihre Macht/
Des HErren Volck zu dämpffen.


 

13. GOtt ſand Moſen/ ſeinn treuen Knecht/
Den er ihm hat erwehlet/
Und Aaron zum Prieſterrecht/
Hernach von ihm beſtellet/
Die beide thäten Zeichen groß
Und Wunder über alle Maß
In der Egypter Lande.

14. Im Dienſt des HErren auf ſein Wort
Für Pharao ſie ſtunden/
Es war finſter an allem Ort/
Kein Stich man ſehen kunnte/
Das Waſſer ward in Blut verwand/
In allen Strömen durch das Land
Die Fiſch getödtet wurden.

15. Die Kröten wimmelten herfür
Und krochen aus der Erden
In Königs Lagr (da halff kein Thür)/
Man kunnt ihr nicht los werden/
GOtt ſprach/ da kam Untzifer dar/
Menſchen und Vieh voll Leuſe warn
In allen ihren Grentzen.

16. Den Hagel Er zum Regen gab
Mit grauſamn Donnerſchlägen/
Die Feuerflammen fuhrn herab/
Da kunt man nichts erhegen/
Die Weinſtöck und die Feigenbäum
Durchs Land Egypten ingemein
Allſampt zerſchlagen wurden.

17. Auff Gottes Wort ſich ſtellten ein
Die Kefer und Hewſchrecken/
Der mußt ein ſolche Antzahl ſeyn/
Daß ſie das Land bedeckten/
Die Frücht und alles Laub und Gras
Das Ungetziefer rein weg fraß/
Da bleibt nichts ſtehn im Felde.

18. Endlich ward alle Erſtgeburt
In einer Nacht erſchlagen/
Kein Menſch ſein Tag hat nie gehört
So groſſen Jammer klagen/
Es war kein Hauß im gantzen Land/
Da man nicht einen Todten fand/
Es koſt den erſten Erben.

19. GOtt führet aus ſein Volck tzur Stund/
Mit groſſem Gut beladen/
Sie tzogen aus friſch und geſund
Ohn all Breſten und Schaden/
Egypten kam in Schrecken groß/
Drumb da ſie diß Volcks waren los/
Ihr Hertz erleichtert wurde.

20. Des Herren Macht und Herrlichkeit
Gezeiget ward ſeim Volcke/
Denn über ſie war ausſgebreit
Zur Deck ein liechte Wolcke/
Die Feuerſeul des Nachts erſchein/
Daß ſie gehn kunnten aus und ein
Ohn Furcht an wüſten Orten.

21. Da ſie rieffen tzu ihrem GOtt/
Da ließ er Wachteln kommen
Und ſettigt ſie mit Himmelbrot
Zu ihrem Nutz und Frommen/
Der HErr öffnet den Felſen hart/
Draus Waſſer/ wieder ſeine Art/
An dürrem Ort mußt flieſſen.

22. Was GOtt zuſagt durchs heilig Wort
Abraham ſeinem Knechte/
Das hat er nu geleiſtet fort
Gar treulich ſeim Geſchlechte/
Er hat ſein Volck zu rechter Zeit
Erlöſt und auſgeführt mit Freud
Sein liebe Auſerwehlten.

23. Der Heyden Land ſie nahmen ein/
Das der HErr ihnen gabe/
Dadurch ſie mächtig worden ſein/
Der Feinde Gut und Habe/
Das that der Herr Jacobs Geſchlecht/
Auff daß ſie hielten ſeine Recht
Und ſein Geſetz bewarten.