Wenzel Heinrich Veit

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Aliases: Václav Veit

Life

Born: 1806

Died: 1864

Biography

Wenzel Heinrich Veit wird am 19. Jänner 1806 als erstes von sieben Kindern in Rzepnitz 1, dem Gasthaus "Zum Paradies" in der Pfarre Libochowan geboren. Der Vater Johann Wenzel Veit war musikalisch (Sänger und Geiger), ein wohlhabender Gutspächter und Fürst Schwarzenberg'scher Richter in Rzepnitz, die Mutter Josefa Winkler stammte aus Lichtowitz. Mit sechs Jahren erhält er vom örtlichen Schulmeister Wenzel Bernd den ersten Klavierunterricht. Er kommt 1815 nach Leitmeritz ins Gymnasium, wo er bei den Schulgottesdiensten die Orgel spielt, und 1821 nach Prag um Jus und Philosophie zu studieren, was er 1828 beendet. Er verliert beide Eltern innerhalb von zwei Monaten im Jahre 1823. Aus finanziellen Gründen kann er nicht, wie geplant, bei Tomašek Musikunterricht erhalten. Bereits während seines Studiums beginnt er zu komponieren und gibt Johanna Wyttek, seiner späteren Frau, der Tochter der Architekten Johann Christian Wyttek, Klavierunterricht. Er ist zunächst Akzessist, und ab 1831 fest angestellt beim Prager Magistrat, 1834 legt er die Prüfung als Berufsrichter ab und wird Auskulant, später Kriminalaktuar. Vor seiner Verehelichung wohnt er in der Brückenmühlgasse in Prag 203-I. 1841 nimmt er drei Monate unbezahlten Urlaub und geht probeweise als Musikdirektor der Stadtkapelle nach Aachen (Mai). Die Reise wird großteils mit der Postkutsche durchgeführt, lediglich zwischen Dresden und Leipzig sowie zwischen Frankfurt und Mainz benützt er die Eisenbahn und von Mainz nach Köln das Dampfschiff. In Leipzig unterbricht er die Reise für ein paar Tage und trifft sich mit einigen damals bekannten Größen der Musikwelt (u.a. mit Clara Schumann). Das Orchester in Aachen ist ihm zu dilettantisch und offensichtlich fühlt er sich auch den örtlichen Intrigen nicht gewachsen. Von Aachen macht er Ausflüge nach Köln und bis nach Oostende. Im August kehrt er wieder zu seiner Anstellung nach Prag zurück. Am 13. August 1844 heiratet er als Kriminalaktuar in Prag seine langjährige Verlobte Johanna Wyttek. Die Hochzeitsreise führte durch Deutschland, wo er u.a. Mendelssohn und Schumann kennenlernt. 1850 ist er Rat beim k.k. Oberlandesgericht in Prag. Während seiner Ehejahre in Prag kommt er u.a. mit Franz Liszt, Felix Mendelssohn und Alexander Dreyschock zusammen. Während der Märzunruhen des Jahres 1848 mußte er offensichtlich mangelhaft bekleidet aus dem Hause flüchten und zog sich dabei eine starke Verkühlung zu, die die später auftretende Tuberkulose und den chronischen Katarrh auslöst. Er hat zehn Kinder, davon die ersten in Prag, nämlich Heinrich (1845), Johanna (1846), Ernst (1848), August (1850) und Hermann (1852). Nach seiner Versetzung nach Eger im Jahr 1854 wird Emanuel (1854), Karl (1856), Sofie (1858), Julia (1859) und Leo (1861) geboren. Im Sommer 1855 verbringt er einige Wochen als Gast eines Grafen Wolkenstein auf dessen Gut Wildstein 1½ Stunden von Eger entfernt. 1857 übersiedelt er in Eger in das Haus Nr. 17 am Ringplatz in dem 1791 Schiller gewohnt hatte. 1862 wird er als Kreisgerichtspräsident nach Leitmeritz versetzt, wo er am 16. Februar 1864 an Lungenlähmung stirbt. Seinen Durchbruch als Musiker erlebt er 1835, als er auf Betreiben von Prof. Friedrich Pixis (Direktor des Prager Konservatoriums) seine Werke öffentlich präsentiert. 1838 nimmt Robert Schumann wohlwollende Notiz von seinen Arbeiten, als er einige seiner Werke an einem "Quartettmorgen" spielt. Er komponiert u.a. 6 Streichquartette, 5 Streichquintette und ein Trio. Sein letztes Opus war ein Auftragswerk "Te Deum", welches er für die Einweihung der Karolinentaler Kirche in Prag komponierte. Er war mittelgroß, schlank mit hoher Stirn, ausdrucksvollen blauen Augen und braunem Haar. Sein gesamter Nachlaß wird 1872 von der Familie an das Nationalarchiv übergeben, und in der Folge vom tschechischen Archiv für nationales Schrifttum übernommen. An seinem Geburtshaus wurde anläßlich seines 50-jährigen Todestages eine Gedenktafel angebracht, die aber bei der Renovierung des Hauses 1990 verlorengegangen ist. Eine neue Tafel ist von der Gemeinde Libochowan im Jänner 1996 angebracht worden. Sein Ehrengrab auf dem Leitmeritzer Friedhof wurde 1994 renoviert. 1902 wurde eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Eger angebracht. Am 29. Juni 1904 wurde in Leitmeritz vom Deutschen Sängerbund in Böhmen - mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung Deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen - ein großes Denkmal gegenüber dem Gymnasium enthüllt, welches 1939 aus verkehrstechnischen Gründen demontiert wurde. Die Büste dieses Denkmals sollte nach Plänen aus dem Jahre 1940 in einfacherer Form wieder aufgestellt werden; dazu kam es aber erst am 14. September 1999 als im Rahmen einer ganztägigen Feier die überlebensgroße Büste auf einem etwa 2 Meter hohen Podest vor dem Stadttheater in Leitmeritz feierlich enthüllt wurde. Es sind von ihm zumindest drei Portraits gemacht worden, nämlich eine Lithographie zusammen mit seiner Braut aus dem Jahre 1841, eine tschechisch beschriftete Lithographie von F. Šir von 1847, sowie ein Photo von ihm und seiner Frau etwa um 1862.

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List of choral works



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Publications

External links

Works by Wenzel Heinrich Veit in the Petrucci Music Library (IMSLP)