Difference between revisions of "Herr Gott, dem alle Rach heimfällt, SWV 192 (Heinrich Schütz)"

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  • (Posted 2019-06-09)   CPDL #54505: 
Original pitch:
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 1 page, 59 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 1 page, 65 kB   
Transposed down a fourth:
1628 Version: (MS) (OS)   Score information: A4, 1 page, 66 kB   
1661 Version: (MS) (OS)   Score information: A4, 1 page, 73 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-06-09).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-09-18)   CPDL #46379:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-09-18).   Score information: A4, 1 page, 31 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
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General Information

Title: Gott, dem alle Rach heimfällt, SWV 192
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 94
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 94
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 95
Description: Psalm 94 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 94.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Herr Gott, dem alle Rach heimfällt,
Gott, des die Rach, erscheine,
Erheb dich, Richter aller Welt,
Wider die stolzen Feinde,
Vergilt ihnen, was sie verdient,
Wie lang soll dies gottlos Gesind,
Wie lang solln sie doch prahlen?

2  Sie reden trotzig, rühmen sich,
Daß sie alles verderben,
Zuschlagen dein Volk jämmerlich,
Und plagen, Herr, dein Erbe,
Witwen und Fremdling würgen sie,
Töten die Waisen spat und früh,
Und machen alls zum Raube.

3  Noch sprechen sie, sie haben´s recht,
Der Höchste solls nicht sehen,
Die Sünde sei gering und schlecht,
Gott laß es leicht geschehen,
Merket ihr Narren all zu Hauf,
Ihr Toren, gebt doch Achtung drauf,
Wenn wollt ihr denn klug werden?

4  Denn, der das Ohr gepflanzet hat,
Sollt der selber nicht hören?
Und der das Auge hat gemacht,
Sollt der nicht sehen ferne?
Der alle Heiden suchet heim,
Sollt der nicht ein Vergelter sein,
Der alle Menschen lehret?

5  Der Herr all ihr Gedanken weiß,
Daß sie sind gar nichts nütze,
Wohl dem, den du züchtigst mit Fleiß,
Der glehrt wird durchs Gesetze,
Geduld haben in Leidens Zeit,
Bis dem Gottlosen werd bereit
Die Grub zu seim Verderben.


 

6  Der Herr ist treu, der wird ja nicht
Sein liebes Volk verstoßen,
Sein Erb, das er ihm zugericht,
Wird er ja nicht verlassen,
Denn Recht muß dennoch bleiben recht,
All fromme Herzen werden schlecht
Demselben auch zufallen.

7  Wer steht bei mir auf meiner Seit
Wider die Übeltäter,
Die Bosheit üben allezeit?
Wer will bei mir umtreten?
Wo nicht der Herr mein Hülfe wär,
So hätt mein Seele mit Beschwer
Vorlängst zur Hell müßt fahren.

8  Ich muß, Herr, ja bekennen frei,
Mein Fuß gestrauchelt hätte,
Wo mir nicht wär gestanden bei
Dein Gnad und mich errettet,
Mein Herz hat viel Bekümmernis,
Die Tröstungn dein fest und gewiß
Ergötzen meine Seele.

9  Du stehst nimmer in Einigkeit
Mit dem schändlichen Stuhle,
Der dein Gesetz, Herr, übel deut,
Verwirrt Kirchen und Schulen,
Verdammet das unschuldig Blut
Und rüstet sich mit frevelm Mut
Wider gerechte Seelen.

10  Der Herr ist mein Gott, Hort und Schutz,
Allzeit meine Zuversichte,
Er wird der Bösen Stolz und Trutz
Vergelten durch sein Grichte,
Er wird vertilgen ganz und gar
Ihr Bosheit und die falsche Lahr,
Ja, Gott wird sie vertilgen.

German.png German text

Original spelling:
1  HErr Gott dem alle Rach heimfällt/
Gott des die Rach erscheine/
Erheb dich Richter aller Welt/
Wieder die stolzen Feinde/
Vergilt ihnen, was sie verdient/
Wie lang sol diß gottloß Gesind/
Wie lang solln sie doch pralen?

2  Sie reden trotzig/ rühmen sich/
Daß sie alles verderben/
Zuschlagen dein Volck jämmerlich
Und plagen/ HErr/ dein Erbe.
Witwen und Frembdling würgen sie/
Tödten die Waysen spat und frü/
Und machen alls zum Raube.

3  Noch sprechen sie/ sie habens recht/
Der Höchste solls nicht sehen/
Die Sünde sei gering und schlecht/
Gott laß es leicht geschehen.
Mercket ihr Narren all zuhauff/
Ihr Thoren, gebt doch Achtung drauff/
Wenn wolt ihr denn klug werden?

4  Denn der das Ohr gepflanzet hat/
Solt der selber nicht hören?
Und der das Auge hat gemacht
Sollt der nicht sehen ferne?
Der alle Heiden suchet heim/
Solt der nicht ein Vergelter seyn/
Der alle Menschen lehret?

5  Der HErr all ihr Gedanken weiß/
Daß sie sind gar nichts nütze/
Wohl dem, den du züchtigst mit Fleiß,
Der glehrt wird durchs Gesetze/
Gedult haben in Leidens Zeit/
Biß dem Gottlosen werd bereit
Die Grub zu seim Verderben.

 

6  Der Herr ist treu/ der wird ja nicht
Sein liebes Volck verstossen.
Sein Erb/ das er ihm zugericht/
Wird er ja nicht verlassen.
Denn Recht muß dennoch bleiben Recht/
All fromme Hertzen werden schlecht
Demselben auch zufallen.

7  Wer steht bey mir auf meiner Seit
Wieder die Übelthäter/
Die Boßheit üben allezeit?
Wer wil bey mir umbtreten?
Wo nicht der HErr mein Hülfe wer/
So hätt mein Seele mit Beschwer
Vorlängst zur Hell müßt fahren.

8  Ich muß/ HErr/ ja bekennen frey/
Mein Fuß gestrauchelt hätte/
Wo mir nicht wer gestanden bey
Dein Gnad/ und mich errettet.
Mein Hertz hat viel Bekümmernüß/
Die Tröstungn dein fest und gewiß
Ergötzen meine Seele.

9  Du stehst nimmer in Einigkeit
Mit dem schädlichen Stule/
Der dein Gesetz HErr übel deut/
Verwirrt Kirchen und Schulen/
Verdammet das unschüldig Blut/
Und rüstet sich mit Freveln Mut
Wider gerechte Seelen.

10  Der HErr ist mein GOtt/ Hort und Schutz
Allzeit meine Zuversichte/
Er wird der Bösen Stoltz und Trutz
Vergelten durch sein Grichte/
Er wird vertilgen gantz und gar
Ihr Boßheit und die falsche Lahr,
Ja GOtt wird sie vertilgen.

German.png German text

Verses provided by the Blankenburg edition with sometimes altered wording and pre-1996 spelling:
1  Herr Gott, dem alle Rach heimfällt, Gott, des die Rach, erscheine,
erheb dich, Richter alles Welt, wider die stolzen Feinde,
vergilt ihnen, was sie verdient, wie lang soll dies gottlos Gesind,
wie lang solln sie doch prahlen.

4  Denn, der das Ohr geschaffen hat, sollt der selber nicht hören?
Und der das Auge hat gemacht, sollt der nicht sehen ferne?
Der alle Heiden suchet heim, sollt der nicht ein Vergelter sein,
der alle Manschen lehret?

6  Der Herr ist treu, der wird ja nicht sein liebes Volk verstoßen,
sein Erb, das er ihm zugericht, wird er ja nicht verlassen,
denn Recht muß dennoch bleiben Recht, all fromme Herzen
werden wohl bei dieser Weisheit bleiben.