So jemand spricht: Ich liebe Gott (Stefan Obendorf)

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  • CPDL #24182:     
Editor: Stefan Obendorf (submitted 2011-08-18).   Score information: A4, 2 pages, 30 kB   Copyright: Personal
Edition notes: Last revision 2012-05-24

General Information

Title: So jemand spricht: Ich liebe Gott (Nächstenliebe)
Composer: Stefan Obendorf
Lyricist: Christian Fürchtegott Gellert (1715 - 1769)

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 2011

Description: G-Major for SATB

External websites:

Original text and translations

German.png German text

1) So jemand spricht: Ich liebe Gott
 Und hasst doch seine Brüder,
 Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott,
 Und reißt sie ganz darnieder.
 Gott ist die Lieb, und will, daß ich
 Den Nächsten liebe, gleich als mich.

2) Wer dieser Erden Güter hat,
 Und sieht die Brüder leiden,
 Und macht den Hungrigen nicht satt,
 Läßt Nackende nicht kleiden;
 Der ist ein Feind der ersten Pflicht,
 Und hat die Liebe Gottes nicht.

3) Wer seines Nächsten Ehre schmäht,
 Und gern sie schmähen höret;
 Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht,
 Und nichts zum Besten kehret;
 Nicht dem Verleumder widerspricht;
 Der liebt auch seinen Bruder nicht.

4) Wer zwar mit Rat, mit Trost und Schutz
 Den Nächsten unterstützet,
 Doch nur aus Stolz, aus Eigennutz,
 Aus Weichlichkeit ihm nützet;
 Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht;
 Der liebt auch seinen Nächsten nicht.

5) Wer harret, bis ihn anzuflehn,
 Ein Dürftger erst erscheinet,
 Nicht eilt, dem Frommen beizustehn,
 Der im Verborgnen weinet;
 Nicht gütig forscht, ob’s ihm gebricht;
 Der liebt auch seinen Nächsten nicht.

6) Wer andre, wenn er sie beschirmt,
 Mit Härt und Vorwurf quälet,
 Und ohne Nachsicht straft und stürmt,
 So bald sein Nächster fehlet;
 Wie bleibt bei seinem Ungestüm
 Die Liebe Gottes wohl in ihm?

7) Wer für der Armen Heil und Zucht
 Mit Rat und Tat nicht wachet,
 Dem Übel nicht zu wehren sucht,
 Das oft sie dürftig machet;
 Nur sorglos ihnen Gaben gibt;
 Der hat sie wenig noch geliebt.

8) Wahr ist es, du vermagst es nicht,
 Stets durch die Tat zu lieben.
 Doch bist du nur geneigt, die Pflicht
 Getreulich auszuüben,
 Und wünschest dir die Kraft dazu,
 Und sorgst dafür: so liebest du.

9) Ermattet dieser Trieb in dir:
 So such ihn zu beleben.
 Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir
 Hat er sein Bild gegeben.
 Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein;
 Sollt ich, gleich dir, nicht gütig sein?

10) Wir haben einen Gott und Herrn,
 Sind eines Leibes Glieder;
 Drum diene deinem Nächsten gern;
 Denn wir sind alle Brüder.
 Gott schuf die Welt nicht bloß für mich;
 Mein Nächster ist sein Kind, wie ich.

11) Ein Heil ist unser aller Gut.
 Ich sollte Brüder hassen,
 Die Gott durch seines Sohnes Blut
 So hoch erkaufen lassen?
 Daß Gott mich schuf, und mich versühnt,
 Hab ich dies mehr, als sie, verdient?

12) Du schenkst mir täglich so viel Schuld,
 Du Herr von meinen Tagen!
 Ich aber sollte nicht Geduld
 Mit meinen Brüdern tragen?
 Dem nicht verzeihn, dem du vergibst,
 Und den nicht lieben, den du liebst?

13) Was ich den Frommen hier getan,
 Dem Kleinsten auch von diesen,
 Das sieht Er, mein Erlöser, an,
 Als hätt ich’s ihm erwiesen.
 Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein,
 Und Gott in Brüdern nicht erfreun?

14) Ein unbarmherziges Gericht
 Wird über den ergehen,
 Der nicht barmherzig ist, der nicht
 Die rettet, die ihn flehen.
 Drum gib mir, Gott! durch deinen Geist
 Ein Herz, das dich durch Liebe preist.