Ich ruf zu Gott mit meiner Stimm, SWV 174 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2019-10-20)  CPDL #55686: 
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 59 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 2 pages, 66 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-10-20).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling.
  • (Posted 2017-09-08)  CPDL #46266:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-09-08).   Score information: A4, 1 page, 37 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP.

General Information

Title: Ich ruf zu Gott mit meiner Stimm, SWV 174
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 77
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 77
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 76
Description: Psalm 77 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 77.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Ich ruf zu Gott mit meiner Stimm
Und schrei zu ihm,
So höret er mein Flehen,
Ich such den Herren in der Not,
Mein Händ zu Gott
Der Nachtes ich aufhebe,
Ich laß nicht ab,
Bis ich ihn hab,
Sonst meine Seel
In Angst und Quäl
Vor Herzleid müßt vergehen.

2  Wenn ich betrübt und traurig bin,
Meins Herzens Sinn
Zu meinem Gott ich wende,
Wenn meiner Seel ist angst und weh,
Vor ihm ich fleh
Und klag ihm mein Elende,
Die Nacht ich wach
Vor Ungemach,
Ich red kaum mehr
Vor Ohnmacht schwer,
Meins Jammers ist kein Ende.

3  Ich denk in solchem Herzenleid
Der alten Zeit,
Wie's gwesen ist vor Jahren,
Erinner mich auch oft und viel
Meins Saitenspiels,
Dabei ich fröhlich ware,
Jetzt ich mich plag
Bei Nacht, bei Tag
Mit Gdanken schwer
Je längr je mehr,
Mein Geist wollt's gern erfahren.

4  Wird denn der Herr nun ewiglich
Verstoßen mich
Und kein Gnad mir beweisen,
Ist denn sein Güt gar abgewendt,
Und hat ein End,
Was er zuvor verheißen?
Hat er denn heut
Barmherzigkeit
An mir vergessn,
Sein Herz verschlossn,
Will mich sein Zorn abreißen?

5  Doch als ich ihm recht dachte nach,
Mein Herze sprach:
Ich muß das alles leiden,
Des Allerhöchsten rechte Hand
Alls ändern kann
Und kehren bald zur Freude,
Wenn ich denn merk
Auf's Herren Werk,
Hätt ich nur bloß
Von Wundern groß
Ein eigen Buch zu schreiben.


 

6  Herr Gott, dein Wege heilig sind,
Nirgend man findt
Ein Gott, der deinesgleichen,
An Weisheit, Macht, an Kraft und Stärk
All deine Werk
Sind lauter Wunderzeichen,
Du hast dein Macht
Mit herrlichm Pracht
An Völkern viel
Erweist ohn Ziel,
Niemand, Herr, kann's erreichen.

7  Du hast dein Volk aus dem Diensthaus
Geführet aus
Und deine Macht lan sehen,
Jakobs und Josephs Kinder all
Dafür mit Schall
Dir Lob und Preis verjehen,
Die Wasserström
Sahen Gott gehn,
Sie ängsten sich
Gewaltiglich,
Die Tiefe wollt nicht stehen.

8  Die dicke Wolken gossen sehr
Viel Wasser schwer,
Dein Donner ließ sich hören,
Die Feuerstrahlen fuhrn daher
Die Läng, die Quer,
Im Himmel donnert's sehre,
Das Erdreich ganz
Mit Feuersglanz
Bedecket ward
Und bebet hart,
Es kracht sein Boden schwere.

9  Im tiefen Meer, Herr, war dein Weg,
Dein Pfad und Steg
In Wassern war zu finden,
Und kunnt man doch dein Fuß nicht sehn,
Wedr gehn noch stehn,
Für Augen tät's verschwinden,
Sein Volk er führt,
Gleichwie ein Hirt,
Durch Aaron
Und Mosen fromm,
Kein Schäflein blieb dahinden.

German.png German text

Original spelling:
1  Ich ruff zu Gott mit meiner Stimm
Und ſchrey zu ihm/
So höret er mein Flehen/
Ich ſuch den Herren in der Noth/
Mein Händ zu Gott
Der Nachtes ich aufhebe/
Ich laß nicht ab/
Biß ich ihn hab/
Sonſt meine Seel
In Angſt und Quel
Vor Hertzleid müßt vergehen.

2  Wenn ich betrübt und trawrig bin/
Meins Hertzens Sinn
Zu meinem Gott ich wende/
Wenn meiner Seel iſt angſt und weh/
Für ihm ich fleh
Und klag ihm mein Elende/
Die Nacht ich wach
Für Ungemach/
Ich red kaum mehr
Für Ohnmacht ſchwer/
Meins Jammers iſt kein Ende.

3  Ich denk in ſolchem Hertzenleid
Der alten Zeit/
Wies gweſen iſt vor Jahren/
Erinner mich auch offt und viel
Meins Seitenſpiels/
Darbey ich fröhlich ware/
Jetzt ich mich plag
Bey Nacht/ bey Tag
Mit Gdanken ſchwer
Je längr je mehr/
Mein Geiſt wolts gern erfahren.

4  Wird denn der HErr nu ewiglich
Verſtoßen mich
Und kein Gnad mir beweiſen/
Iſt denn ſein Güt gar abgewendt/
Und hat ein End/
Was er zuvor verheißen?
Hat er denn heut
Barmherzigkeit
An mir vergeſſn/
Sein Herz verſchloſſn/
Will mich ſein Zorn abreißen?

5  Doch als ich ihm recht dachte nach/
Mein Hertze ſprach:
Ich muß das alles leiden/
Des Allerhöchſten rechte Hand
Alls endern kan
Und kehren bald zur Frewde/
Wenn ich denn merck
Auffs HErren Werck/
Hätt ich nur bloß
Von Wundern groß
Ein eigen Buch zu ſchreiben.


 

6  HErr Gott/ dein Wege heilig ſind/
Nirgend man find
Ein Gott/ der deinesgleichen/
An Weißheit/ Macht/ an Krafft und Stärck
All deine Werck
Sind lauter Wunderzeichen/
Du haſt dein Macht
Mit herrlichm Pracht
An Völckern viel
Erweiſt ohn Ziel/
Niemand/ HErr/ kans erreichen.

7  Du haſt dein Volck aus dem Dienſthauß
Geführet aus
Und deine Macht lahn ſehen/
Jacobs und Joſephs Kinder all
Darfür mit Schall
Dir Lob und Preiß verjehen/
Die Waſſerſtröm
Sahen Gott gehn/
Sie ängſten ſich
Gewaltiglich/
Die Tiefe wollt nicht ſtehen.

8 Die dicke Wolken goſſen ſehr
Viel Waſſer ſchwer/
Dein Donner ließ ſich hören/
Die Feuerſtrahlen fuhrn daher
Die Läng/ die Quer/
Im Himmel donnert's ſehre/
Das Erdreich ganz
Mit Feuersglanz
Bedecket ward
Und bebet hart/
Es kracht ſein Boden ſchwere.

9  Im tiefen Meer/ Herr/ war dein Weg/
Dein Pfad und Steg
In Waſſern war zu finden/
Und kunnt man doch dein Fuß nicht ſehn/
Wedr gehn noch ſtehn/
Für Augen tät's verſchwinden/
Sein Volk er führt/
Gleichwie ein Hirt/
Durch Aaron
Und Moſen fromm/
Kein Schäflein blieb dahinden.