Hilf, Herre Gott, errette mich, SWV 156 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2019-09-01)  CPDL #55238: 
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 61 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 2 pages, 68 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-09-01).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling.
  • (Posted 2017-08-28)  CPDL #46106:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-08-28).   Score information: A4, 1 page, 33 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP.

General Information

Title: Hilf, Herre Gott, errette mich, SWV 156
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 59
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 59
  2nd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 59
Description: Psalm 59 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 59.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Hilf, Herre Gott, errette mich
Aus meiner Feinde Händen,
Beschütze mich, Herr, kräftiglich,
Daß die ihr Tück nicht enden,
Die schwanger gehn mit eitelm Mord,
Stehn wider mich an allem Ort,
Schaff Hülf, Herr, durch deine Güte.

2  Ach treuer Gott, sieh doch darein,
Lass dein mein Jammer dauern,
Die Starken so gewaltig sein,
Auf meine Seele lauern,
Ohn meine Schuld und Missetat
Laufn sie zusammen, halten Rat,
Ich habs ja nicht verschuldet.

3  Erwache doch, Herr Zebaoth,
Mein Gott, tu mir begegnen,
Wach auf, such heim, Israels Gott,
All die so gar verwegen
Frevel begehn und Übeltat,
Erzeig ihr keinem keine Gnad,
Die heidnisch an mir handeln.

4  Des Abends lass sie heulen sehr,
Wie die hungrigen Hunde,
Die laufen in der Stadt umher
In Unfried alle Stunden,
Sie lassen doch ihr Lästern nicht,
Wie Schwerter sind auf mich gericht
Ihr Mund und falsche Zungen.

5  Noch sagen sie ganz trotziglich:
Wer sollt dies sehn und hören?
Herr Gott, sie spotten dein Gericht,
Es wird sich bald umkehren,
Sie werden's finden, es sei ein Gott,
Der aller Heiden Bosheit spott,
Du, Herr, wirst ihrer lachen.

6  Sicher bin ich vor ihrer Macht,
Wenn ich zu dir mich halte,
Du bist mein Schutz, hast mich in acht,
Ich lass dein Güte walten,
Reichlich erzeigest du mir Gnad,
Dass ich kann sehn nach deinem Rat
Mein Lust an meinen Feinden.


 

7  Doch wollts du sie nicht allzugleich
Erwürgen und aufreiben,
Zerstreue sie in alle Reich,
Damit ein Beispiel bleibe,
Verächtern nie gelungen hat,
Stoß sie hinunter ohne Gnad,
Du bist ein Schild der Frommen.

8  Ihr Lehr ist eitel Sünd fürwahr,
Ihrn Stolz wolln sie nicht brechen,
Ihr Predigen ist trostlos gar,
Deim Wort sie widersprechen,
Sie fluchen dem Gesalbten dein
Und lästern in den Tag hinein,
In Blindheit ganz verstocket.

9  Vertilge sie ohn alle Gnad,
Vertilg sie von der Erden,
Damit sie's doch nur in der Tat
Dermals einst innewerden,
Daß sie nichts sein, du bist's allein,
Du Herrscher aller Welt gemein,
Gott Jakob, unser Herre.

10  Des Abends lass sie wiederum
Auch heulen wie die Hunde,
Und laufen in der Stadt herum
Unruhig alle Stunden,
Lass sie laufen nach Speis umher,
Lass sie murren und grunzen sehr
Und doch nimmer satt werden.

11  Ich aber will von deiner Macht
Aus Grund meins Herzens singen,
Des Morgens rühmen mit Andacht
Dein Güt vor allen Dingen,
Du bist mein Schutz und starker Gott,
Zu dir flieh ich in meiner Not
Und tröst mich deiner Gnade.

12  Dir, mein Herr, will lobsingen ich,
Du bist mein Schutz in Nöten,
Du hast mich so gewaltiglich
Aus aller Gfahr errettet.
Du, mein Gott, bist allein mein Schutz,
Mein Friedschild, Zuversicht und Trutz,
Allzeit mein gnädigr Herre.

German.png German text

Original spelling:
1  Hilff/ Herre Gott/ errette mich
Aus meiner Feinde Händen/
Beſchütze mich/ HErr/ kräfftiglich/
Daß die ihr Tück nicht enden/
Die ſchwanger gehn mit eytelm Mord/
Stehn wieder mich an allem Orth/
Schaff Hülff HErr durch deine Güte.

2  Ach trewer Gott ſieh doch darein/
Laß dein meinn Jammer tawren/
Die Starcken ſo gewaltig ſeyn/
Auff meine Seele lawren/
Ohn meine Schuld und Miſſethat
Laufn ſie zuſammen/ halten Rath/
Ich habs ja nicht verſchuldet.

3  Erwache doch/ Herr Zebaoth/
Mein Gott/ thu mir begegnen/
Wach auff/ ſuch heim/ Iſraels Gott/
All die ſo gar verwegen
Frevel begehn und Übelthat/
Erzeig ihr keinem keine Gnad/
Die heydniſch an mir handeln.

4  Des Abends las ſie heulen ſehr/
Wie die hungrigen Hunde/
Die lauffen in der Stadt umbher
In Unfried alle Stunden/
Sie laſſen doch ihr Leſtern nicht/
Wie Schwerder ſind auff mich gericht
Ihr Mund und falſche Zungen.

5  Noch ſagen ſie gantz trotziglich:
Wer ſolt diß ſehn und hören?
HErr Gott/ ſie ſpotten dein Gericht/
Es wird ſich bald umbkehren/
Sie werden's findn/ es ſey ein Gott/
Der aller Heyden Boßheit ſpott/
Du HErr wirſt ihrer lachen.

6  Sicher bin ich für ihrer Macht/
Wenn ich zu dir mich halte/
Du biſt mein Schutz/ haſt mich in acht/
Ich laß dein Güte walten/
Reichlich erzeigeſtu mir Gnad/
Daß ich kan ſehn nach deinem Rath/
Mein Luſt an meinen Feinden.


 

7  Doch wolſtu ſie nicht allzugleich
Erwürgen und auffreiben/
Zerſtrewe ſie in alle Reich/
Damit ein Beyſpiel bleibe/
Verächtern nie gelungen hat/
Stos ſie hinunder ohne Gnad/
Du biſt ein Schild der Frommen.

8  Ihr Lehr iſt eitel Sünd fürwar/
Ihrn Stoltz wolln ſie nicht brechen/
Ihr Predigen iſt troſtlos gar/
Deim Wort ſie wiederſprechen/
Sie fluchen dem Geſalbten dein
Und läetern in den Tag hinein/
In Blindheit gantz verſtocket.

9  Vertilge ſie ohn alle Gnad/
Vertilg ſie von der Erden/
Damit ſies doch nur in der That
Dermals eins innewerden/
Daß ſie nichts ſeynd. du biſts allein/
Du Herrſcher aller Welt gemein/
Gott Jakob unſer HErre.

10  Des Abends laß ſie wiederumb
Auch heulen wie die Hunde/
Und lauffen in der Stadt herum
Unruhig alle Stunden/
Laß ſie lauffen nach Speis umbher/
Laß ſie murren und gruntzen ſehr
Und doch nimmer ſatt werden.

11  Ich aber wil von deiner Macht
Aus Grund meins Hertzens ſingen/
Des Morgens rühmen mit Andacht
Dein Güt für allen Dingen/
Du biſt mein Schutz und ſtarcker Gott/
Zu dir flieh ich in meiner Noth
Und tröſt mich deiner Gnade.

12  Dir mein Herr wil lobſingen ich/
Du biſt mein Schutz in Nöthen/
Du haſt mich ſo gewaltiglich
Aus aller Gfahr errettet.
Du mein Gott biſt allein mein Schutz/
Mein Friedſchilt/ Zuverſicht und Trutz/
Allzeit mein gnedigr HErre.